Ein Geschäftsführer sagte kürzlich zu mir: „Ich soll meinem Team Sicherheit geben. Aber ich fühle mich selbst unsicher. Bin ich dann ein schlechter Leader?"
Meine Antwort: Nein. Sie sind ein ehrlicher.
Die Illusion der Allwissenheit
Viele Führungskräfte glauben, sie müssten immer einen Plan haben. Jede Frage beantworten können. Stärke zeigen, wo sie Zweifel empfinden. Dieses Bild von Führung ist veraltet — und es war nie besonders gesund.
Was Teams wirklich brauchen
In meiner Arbeit mit Führungskräften und Teams kristallisieren sich drei Dinge heraus, die in unsicheren Zeiten den Unterschied machen:
1. Klarheit über das Unklare
Paradox? Nein. Es geht darum, offen zu benennen, was Sie wissen, was Sie nicht wissen, und wie Sie mit dem Unbekannten umgehen wollen. „Wir wissen noch nicht, wohin die Reise geht — aber hier ist unser Kompass."
2. Psychologische Sicherheit
Menschen, die Angst haben Fehler zu machen, werden keine Lösungen finden. Schaffen Sie Räume, in denen Unsicherheit ausgesprochen werden darf. In denen Nicht-Wissen kein Versagen ist.
3. Präsenz statt Perfektion
Seien Sie da. Hören Sie zu. Zeigen Sie sich als Mensch. Das klingt einfach, ist aber die schwierigste Führungsaufgabe überhaupt — besonders wenn der eigene Stresslevel hoch ist.
Stärke neu definieren
Die stärksten Führungskräfte, die ich kenne, sind nicht die lautesten oder die mit dem größten Plan. Es sind die, die sagen können: „Ich weiß es nicht — und ich bin bereit, es gemeinsam herauszufinden."
Das ist Führung. Nicht Perfektion.